Pressemitteilung
Krankenhaus als Wahlkampfinstrument
Mit Erstaunen reagiert der Förderkreis Krankenhaus Oberstdorf auf die jüngste Pressemitteilung von Thomas Eigstler und Klaus King (beide CSU), in der sie sich im Wahlkampf als Kämpfer für den Erhalt der klinischen Versorgung in Oberstdorf und des internistischen Angebots präsentieren (erschienen am 4. März 2026 im Allgäuer Anzeigeblatt).
Seit Jahren sitzt mit Josef Geiger ein Oberstdorfer CSU-Mitglied im Aufsichtsrat des Klinikverbundes. Dort wurde die Schließung der Inneren Abteilung nicht verhindert, sondern der Vorschlag der Geschäftsführung mitgetragen, das Krankenhaus in eine rein orthopädische Fachklinik mit Fokus auf planbare, gewinnorientierte Eingriffe umzuwandeln. Eine wohnortnahe Grundversorgung wurde damit aufgegeben.
Der Förderkreis hat über vier Jahre hinweg, durch Veranstaltungen, Kundgebungen und eine offizielle Petition, eindringlich vor genau dieser Entwicklung gewarnt, dies wurde als „Panikmache“ abgetan. Bürgermeister King betonte öffentlich seinen „engen Austausch“ mit der Klinik-Geschäftsführung. Umso mehr verwundern seine Aussagen bei der Oberstdorfer Podiumsdiskussion der Bürgermeisterkandidaten im Februar 2026, bei der er erklärte, von den konkreten Plänen der Geschäftsführung nichts gewusst zu haben und selbst erstaunt darüber gewesen zu sein.
Auch Herr Eigstler hat als langjähriges Kreistagsmitglied bei den maßgeblichen Berichten und Planungen der Klinikgeschäftsführung kein Veto eingelegt. Wenn nun im Wahlkampf dieselben Akteure plötzlich als „Kämpfer“ auftreten, wirkt das unglaubwürdig und durchschaubar.
Der Förderkreis hält es für unseriös, ein Thema, bei dem es um die gesundheitliche Grundversorgung der Bevölkerung geht, erst politisch mitzutragen und es nun im Wahlkampf zur Stimmengewinnung zu instrumentalisieren, ohne konkrete und belastbare Konzepte vorzulegen.
Die Bürgerinnen und Bürger verdienen Ehrlichkeit, Transparenz und klare Antworten darüber, was künftig unter „klinischer Versorgung“ in Oberstdorf tatsächlich verstanden wird.


